Vor 100 Jahren - Bergrutsch beschädigt neuen Weg nach Tronsberg
Vor 100 Jahren im Jahr 1926, haben mehrere Bergrutsche den damals erneuerten Bergweg von Wengen nach Tronsberg schwer beschädigt. Wie in der Allgäuer Zeitung vom 07.06.1926 berichtet wurde, haben die Tronsberger im Jahr 1925, die ca. 700 m lange Steige abgesprengt und statt wie bisher mit 30 %, mit 15 % Steigung neu angelegt. Noch im gleichen Jahr im Dezember 1925, hat ein Hochwasser, zwei Bergrutsche ausgelöst, die auf die neue Wegeanlage herabstürzt sind.
Nachdem die neue Strecke wieder freigemacht wurde, ist am 04. Juni 1926 ein erneuter "Bergrutsch mit wenigsten 200 cbm der Schutt, Fichten, Erlen und Steinblöcke mit donnerndem Getöse mit sich reißend, die steile 100m hohe Böschung bis hinunter aufs Wasser" abgegangen. Wie berichtet wird, "ist es für das Bergdörflein umso tragischer, da sie mit keiner Unterstützung rechnen können. Allein aus den mehreren tausend Tagwerk vorhandenen Staatswaldungen, aus dem bei schlechten Schneeverhältnissen das meiste Holz über den Bergweg transportiert wird, ist mit einer angemessenen Staatshilfe zu rechnen."
Wie am 20.11.1926 berichtet wird, ließen sich die Tronsberger jedoch nicht entmutigen und haben den Weg wieder instand gesetzt. Der Abschluss der Wegearbeiten wurde am 06. November in der Gastwirtschaft in Wengen gefeiert, wozu sich auch der Gemeinderat von Oberstaufen mit Bürgermeister Johann Aichele eingefunden hatte. Über Jahrhunderte waren für den Tronsberger Weg und die anschließenden Forst- und Bergwege, die Anlieger die hier Güter besaßen allein verantwortlich.
Erst am 03.04.1968 hat der Marktgemeinderat des Marktes Oberstaufen beschlossen, den Weg bis Tronsberg in seine Bauträgerschaft zu übernehmen und hat diesen in der Folge auch neu ausgebaut. Für den Ausbau des anschließenden Holzer- und Bergweges wurde ein Alpwegverband gegründet. Die Einweihung des neuen Weges ist mit einer Besichtigung am 24.05.1977 erfolgt. Hebauf wurde in der Klosteralpe gefeiert. Der Marktgemeinderat des Marktes Oberstaufen hat auf Antrag des Alpwegverbandes im Jahr 1993, den Alpweg Tronsberg in seiner Bauträgerschaft übernommen. Der Alpwegverband wurde aufgelöst.
Mariensäule an der Lindauer Straße
Die Mariensäule an der Lindauer-Straße in Oberstaufen, wurde im Jahre 1871 durch acht Heimkehrer aus dem 1871er-Krieg gegen Frankreich errichtet!
Bekanntlich ist im Jahre 1870 das damalige Königreich Bayern mit anderen süddeutschen Staaten, an der Seite von Preußen in den Krieg gegen Frankreich gezogen.
Dabei waren auch 59 Soldaten aus Oberstaufen und Aach (Thalkirchdorf?). Wie es heißt "Auf dem Feld der Ehre gefallen" sind drei Soldaten aus Thalkirchdorf und ein Soldat aus Oberstaufen.
Nach dem Sieg erfolgte die Ausrufung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles. Frankreich musste das Elsass (und Teile Lothringens) an das Deutsche Kaiserreich abtreten, was die Freundschaft beider Völker nicht förderte und letztlich (mit) zum 1. Weltkrieg führte.
Aach hat eine lange Theatertradition - das damalige Ensemble nach der Aufführung!
Ein Foto aus dem Gemeindearchiv vom Theater-Ensemble Aach vor 75 Jahren. Im Jahr 1951 hat der Heimatverein Aach das Volksstück "Der Sonnwendhof", ein Volksschauspiel in fünf Aufzügen von Herman S. Mosenthal, aufgeführt. Mit Hilfestellung von Bruno Schälling von Krebs, konnte noch eine ansehnliche Zahl der Theaterspieler zugeordnet werden.
Bisher bekannt v.l.n.r.: Josef Fink, Hagspiel; Unbekannt; Adolf Schädler (Jäger); Dora Jarde, Krebs; Unbekannt; Peter Hauber,Hagspiel; Unbekannt; Paula Bentele, Krebs; Martin Brams, Krebs; Luisa Brams, Hagspiel; Peter Schälling, Krebs; Unbekannt.
Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, weitere Laien-Schauspieler zuordnen?
Alois Lehner, der Chronist des Konstanzer Tales ist verstorben
Wie wir erst in diesen Tagen mitbekommen haben, ist Alois Lehner, der Chronist des Konstanzer Tales bereits im August 2025 verstorben.
Alois Lehner, Jahrgang 1930, war Lok-Betriebsinspektor bei der Deutschen Bundesbahn in Lindau und hat im Rahmen seiner privaten Familienforschung festgestellt, dass seine Familie ursprünglich in Osterdorf, hier im Anwesen Hs-Nr. 12 beheimatet war.
Nachdem Alois Lehner schon mehrfach historische Aufsätze, unter anderem über die Entwicklung der Eisenbahnlinie München – Lindau geschrieben hat, die zum Teil in den Westallgäuer Heimatblättern veröffentlicht wurden, hat er nun mit dem Projekt einer Haus- und Dorfgeschichte Osterdorf, eine neue Passion gefunden!
Aus diesem Erstlingswerk „Osterdorf“, ist über Jahrzehnte eine dreibändige Chronik des Konstanzer Tales geworden. Um diese Daten zusammenstellen zu können, muss Alois Lehner unzählige Stunden in öffentlichen Archiven verbracht haben, unter anderem im Stiftsarchiv St. Gallen, überwiegend jedoch im Bayer. Staatsarchiv Augsburg.
Alois Lehner war auch Mitglied des Heimatverein Thalkirchdorf. Dieser hat seine Leistungen mehrfach gewürdigt und auch dafür gesorgt, dass die Chronik des Konstanzer Tales auch in Druckform erworben werden kann!
Bei vielen historischen Anfragen an das Gemeindearchiv, sind wir schon in dieser Chronik von Alois Lehner fündig geworden.
Der Markt Oberstaufen wird Alois Lehner in ehrender Erinnerung behalten und ist ihm dankbar für sein Vermächtnis!
Gemeindearchivar Manfred Fink konnte von den Angehörigen von Alois Lehner, die Entwürfe und Anlagen zu seiner Chronik für das Gemeindearchiv übernehmen.
Gemeindearchiv Manfred Fink
August-Hochwasser in Oberstaufen vor 125 Jahren
Viele können sich noch an das August-Hochwasser 2005 im Allgäu erinnern in dessen Folge, die Iller historische Hochstände erreicht hat. Auch Oberstaufen waren damals von Unwettern betroffen.
Über ein ähnliches Ereignis vor 125 Jahren, berichtet das Allgäuer Anzeigeblatt am 06.08.1901, wie Anfang August 1901 wolkenbruchartige Regenfälle im ganzen Allgäu niedergegangen sind und zu massiven Schäden geführt haben:
„Vergangene Nacht, Freitag auf Samstag, war für die friedlichen Bewohner des Ostrach-Tales eine Nacht voll Schrecken und größte Gefahr. Um ½ Uhr nachts weckten schmetternde Trompetenklänge die sorglosen Schläfer und verkündeten die drohende Gefahr!“
Auch wir in Oberstaufen sind von diesem Unwetter nicht verschont geblieben:
Dem Sägemühlbesitzer Neyer hat der wilde reißende Lanzenbach die sog. Wuhr (Wildbachverbauung) weggeschwemmt und außer vielem Brennholz, ungefähr 2500 Stück Sägebäume mitgenommen.
Der Besitzer der Holzstoff-Fabrik Herr Dorn, der die ganze Nacht mit Arbeitern den Fluthen der „Weißach“ wehrte, erlitt erheblichen Schaden, indem ihm die Wuhre weggerissen und ein Feld überschwemmt wurde.
Dem Sägemühlbesitzer Jörg ist die Weißach bedenklich an das vorders rechte Hauseck gerückt, hierbei die Straße demolierend.
Die dem Oekonomen und Küfermeister Vögel und den Geschwistern Schädler in Oberstaufen gehörenden Grundstücke in Steinebach (Hs.No 3), wurden von der Weißach zum großen Theile verwüstet, strichweise abgetrennt und sind nun mit angeschwemmten Baumstämmen und Gesträuchen belegt.
Ein größerer Erdrutsch beschädigte eine weite Fläche von besten Graswuchs des Oekonomen Bechteler in Buchenegg.
Die Stauwehr des Mühlbesitzers Bihler in Wengen wurde derartig verschoben, daß es seinem Zweck nicht mehr dient und erneuert werden muss, auch die Grundstücke wurden stark beschädigt.
Außerdem ist der direkte Verkehr nach Höfen, Angersteg, Schindelberg und Steibis unterbrochen, da die der Weißach entlang laufende Straße auf einer Strecke von ca. 25 m fortgerissen wurde.
Nach der im Gemeindearchiv vorliegenden Schadensmeldung der Gemeinde Aach vom 08. August 1901, aufgestellt durch die Schätzmänner Leopold Keck und Martin Meisburger, sind in den Ortschaften Höfen, Steinebach und Krebs, aber auch im Alpgebiet, Flur- und Wegeschäden in Höhe von 3.720 Mark entstanden.
Am 16.12.1901, also vier Monate nach dem Unwetter, meldet der vorgenannte Sägewerksbesitzer Dominikus Neyer von Höfen der Gemeinde, daß von den durch den Bruch des Rechens am Lanzenbach, weggeschwemmten 2500 Sägbäumen, circa 283 Stämme wieder aus der Weißach geborgen werden konnten. Er hoffe noch auf einen Ersatz von „Hardt“ von ca. 100 bis 200 Bäumen.
Das Bergen der Holzstämme aus den Bächen war natürlich eine längere Angelegenheit, so dass der Schaden des „Neyer“ im Dezember 1901 noch nicht abschließend feststand. Ebenso war noch offen, wieviel seiner Baumstämme den Weg über die Weißach und die Bregenzerach in den Bodensee gefunden hatten?
Die Hoffnung von Neyer auf Ersatz des fortgerissenen Holzes durch die Hardter Holzhändler war nicht groß, denn er schreibt „von Hardt werde er wie er höre, nicht viel oder nichts bekommen, was da herauskommt, wird auch aufgehen in Arbeitslohn.“
Bekanntlich betrieben die Holzhändler aus Hardt, an der Mündung der Bregenzerach in den Bodensee einen Rechen, aus dem sie das Triftholz entnahmen.
Wir können nur hoffen, dass wir vor solchen Naturereignissen künftig verschont bleiben.
Manfred Fink,
Gemeindearchivar Markt Oberstaufen
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Auf dem Foto von ca. 1905 ist gut erkennbar, wie nahe der Abbruch der Weißach, an den Anwesen Schmiede Martin und Sägewerk Jörg angrenzte.
Fotograf Franz Mader, Oberstaufen, Gemeindearchiv








