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Neujahrsempfang Oberstaufen

Es ist gute Tradition in Oberstaufen, dass die Marktgemeinde im Wechsel mit der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde diejenigen Mitbürger zu Beginn eines neuen Jahres einlädt, welche sich besonders für die Allgemeinheit einsetzen. Heuer war der Markt Oberstaufen Gastgeber des Neujahrsempfangs am 12. Januar im Färberhaus.

Erster Bürgermeister Martin Beckel konnte neben zahlreichen Gemeinderäten auch den ehemaligen Bürgermeister Walter Grath, viele Ehrenamtliche aus Staufner Institutionen und Vereinen, die Ehrenring-Träger Heidi Biebl und Georg Wagner sowie einige Träger der Bürgermedaille und des Silbertalers des Markt Oberstaufen begrüßen. Ein besonderer Gruß galt Pfarrer Dekan Karl-Bert Matthias und Pfarrer Frank Wagner, der Stubenmusik Wagner für die bewährt stimmungsvolle musikalische Begleitung sowie Olaf Winkler, Vertreter des Allgäuer Anzeigeblattes.

Ein Rückblick auf das Geschehen im vergangenen Jahr zeige, dass die Mächtigen der Welt teilweise einen sorglosen Umgang mit dem regionalen oder gar weltpolitischen Frieden pflegten. Dies sei sehr bedenklich, gerade auch, wenn man sich der Gräueltaten des 2. Weltkriegs erinnere, dessen Beginn sich im vergangenen Jahr zum 80. Mal jährte. Das Thema Klimaschutz habe durch das Auftreten von Greta Thunberg ebenfalls beinahe auf der ganzen Welt besondere Beachtung erfahren. Selbstverständlich sei es nicht nur Aufgabe der großen Politik, sondern auch der Gemeinde, aber auch jedes Einzelnen, einen Beitrag zum Schutz des Klimas zu leisten. Dabei gelte es aber auch - und auf allen Ebenen - glaubhaft zu bleiben, das heiße auch selbst zu tun, was man vom Anderen fordere.
Im Rückblick auf das Jahr 2019 in Oberstaufen erinnerte der Erste Bürgermeister Martin Beckel daran, dass einige große Bauprojekte umgesetzt wurden. Dies waren beispielsweise der weitere Ausbau der Ortsdurchfahrt, die Umgestaltung des Kurparks im ersten Bauabschnitt und die Verbesserung der Wasserversorgung in Osterdorf. Daneben konnte der Feuerwehr Steibis ein neues Fahrzeug übergeben werden. Der Erste Bürgemeister bedankte sich in Bezug auf die Baumaßnahmen bei allen hierbei von Störungen Betroffenen für Ihr Verständnis. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Er freue sich besonders über die große Attraktivität, die der Staufenpark durch den bisherigen Umbau bei Alt und Jung gewonnen habe.
Auch im Rathaus kam es im vergangenen Jahr zu einschneidenden Veränderungen. Sowohl Kämmerer Manfred Fink als auch Hauptamtsleiter Hans-Peter Pauli verabschiedeten sich nach Jahrzehnten des Dienstes beim Markt in den wohlverdienten Ruhestand. Trotz des mit diesen Personen zwangsläufig auch scheidenden großen Wissens, seien mit der neuen Kämmerin Christiane Höllring und dem neuen Hauptamtsleiter Christian Schiebel jedoch geeignete Nachfolger gefunden worden. Nicht geplant war hingegen, dass eine Nachbesetzung an der Spitze des Tourismus auch zu Beginn des Jahres 2020 wieder erforderlich wird. Nachdem Jürgen Meier die OTM GmbH mit Ende Januar überraschend in Richtung seiner Heimatstadt Isny verlassen wird, sei man derzeit daran, eine Übergangslösung zu finden. Nach einer Stellenausschreibung werde man im Frühjahr dann hoffentlich verkünden können, wer neuer Tourismus-Chef wird.

Das Jahr 2020 werde vor allem wieder durch einige geplante Baugroßprojekte geprägt sein. So soll die Außensauna des Aquaria neugebaut werden, um das Erlebnisbad fit und konkurrenzfähig für die Zukunft zu halten. Man hoffe hierbei, dass nun auch für alle ausgeschriebenen Gewerke noch akzeptable Angebote eingehen werden. Im Staufenpark sei die Umsetzung des 2. Bauabschnittes vorgesehen. Es sollen damit neue Ruhe- und Erholungsflächen entstehen und der Pavillon abgerissen und an anderer Stelle ersetzt werden. Die Planungen für ein neues Freibad in Thalkirchdorf sollen im laufenden Jahr entscheidend vorangetrieben werden. Der Erste Bürgermeister erinnerte daran, dass die vorgesehenen Investitionen vor allem den Bürgerinnen und Bürgern in Oberstaufen zu Gute kommen, auch wenn sie zugleich der Stärkung der touristischen Infrastruktur dienen. Er halte Debatten um „Overtourism“ im Allgäu daneben auch für gefährlich, wenn dabei beim Gast der Eindruck entstehe, dass er nicht willkommen sei. Es sei vielmehr gerade notwendig, dass sich jeder Bürger für eine gute Willkommenskultur einsetze – denn mittelbar profitiere letztendlich doch jeder Einheimische auch vom Tourismus.
Auch durch andere Maßnahmen, beispielsweise durch die seit Jahrzehnten angewandten Einheimischen-Modelle im Baubereich zeige man, dass man sich der Sorgen der hier lebenden Bürger annehme. So werde vom Markt auch eine Förderung von Wohnraum in Bestandsgebäuden gewährt, um weiteren Wohnraum insbesondere auch für junge Familien zu schaffen. Auch das Bauen im Außenbereich solle weiterhin dazu führen, dass junge Bürger aus den Ortsteilen dort eine Zukunft gestalten können und so die Dörfer und Weiler als Lebens- und Wohnort attraktiv bleiben. Wichtig sei für die Marktgemeinde auch, Vorhaben zu unterstützen, die der Schaffung von Personalwohnungen dienen. 
Im Jahr 2020 wolle man sich auch der Thematik des zunehmenden Verkehrs in der Marktgemeinde stellen. So soll zunächst eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt werden um daraus ein vernünftiges Konzept zu entwickeln. Der ÖPNV für Gäste und Einheimische solle dabei auch unter die Lupe genommen und im Anschluss möglichst interessanter gestaltet werden.
Erster Bürgermeister Martin Beckel zeigte sich sehr erleichtert über den Verkauf der Schlossbergklinik an die Unternehmensgruppe Geiger aus Oberstdorf kurz vor Jahresende. Damit sei ein zuverlässiger regionaler Partner gefunden, der sich der Bedeutung des Schlossberges für die Marktgemeinde hinsichtlich Historie und Ortsbild bewusst sei. Die Marktgemeinderäte haben deshalb auch ohne Verzögerung einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan bereits gefasst. Im neuen Jahr werde man sich nun intensiv mit den Planungen beschäftigen. 
Geprägt werde das Jahr 2020 auch von den bevorstehenden Kommunalwahlen und ihrem Ausgang. Erster Bürgermeister Martin Beckel hofft auf einen fairen Wahlkampf und er dankt allen, die sich zum Wohl der Marktgemeinde zu einer Kandidatur bereit erklärt haben. Er wünsche sich, mit dem neu gewählten Gremium dann auch weiterhin sachlich, vertrauensvoll und fraktionsübergreifend zusammenarbeiten zu dürfen.
Abschließend bedankte sich der Erste Bürgermeister bei den zum Neujahrsempfang zahlreich erschienenen ehrenamtlich besonders aktiven Bürgern. Viele Ereignisse, Feste und Veranstaltungen seien ohne ihren Einsatz nicht möglich und der Ort mit seinen Ortsteilen nur halb so lebenswert. Seinen Dank brachte Martin Beckel auch durch ein Zitat Hermann Gmeiners zum Ausdruck: „Alles Gute in der Welt geschieht nur, wenn einer mehr tut, als er tun muss.“ Dies gelte für alle Ehrenamtlichen in Vereinen, Kirchen und Organisationen sowie generell für alle Bürger, die sich mit Herzblut für die Heimat, die Gemeinde oder den Mitmenschen einsetzen und so das Leben lohnender und schöner für uns alle machten. 
Für die Gestaltung, Versorgung und Betreuung des heurigen Neujahrsempfangs bedankte sich der Erste Bürgermeister zudem bei den Helferinnen von Trachtenverein und Volkstanzgruppe, bei der Stubenmusik Wagner und Elisabeth Emmenlauer für die Gesamtorganisation des Empfangs.