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Der Staufner Fasnatziestag

Wenn der Fasching überall im Land am Faschingsdienstag seinem Höhepunkt zustrebt, rüstet man sich in Oberstaufen zu einem hohen Festtag, dem Fasnatziestag.

Die schwersten Jahre von Oberstaufen

Auch das Staufner Land blieb von dem bitteren Zeitgeschehen des Dreißigjährigen Krieges nicht verschont, als das schwedische Regiment von Staufen her durch das Konstanzer Tal zog. Der Kriegsnot folgte der noch größere Schrecken, als im Jahre 1635 die durch kaiserliche Soldaten eingeschleppte Pest ausbrach. In diesem Jahr fielen in Staufen vom Mai bis zum Nikolaustag 350 Kinder und 356 Erwachsene der furchtbaren Seuche zum Opfer. Eine unvorstellbare Not war die Folge. Ganze Familien waren ausgestorben und die Überlebenden waren ausgeraubt und verarmt.

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Hugo von Königsegg gab den Staufnern wieder neuen Lebensmut

In dieser schweren Zeit war Graf Hugo von Königsegg Regent der Herrschaft Staufen. Um die Menschen wieder aufzuheitern lud er die Staufner Haussöhne in sein Schloss und bewirtete sie. Schließlich übergab er dem bestgeachteten von ihnen eine kostbare Fahne und gebot, diese alle Jahre am Faschingsdienstag in einem Umzug durch den Ort zu tragen. Dieser Tag solle mit Frohsinn festlich gefeiert werden.

So wurde jener Brauch begründet, der nach über 350 Jahren nach seiner Entstehung auch heute noch als „Staufner Fasnatziestag“ lebendig ist und die Bevölkerung im Sinne ihres unvergessenen Stifters vereint.    
Tracht und Fahne bestimmen das Bild Oberstaufens

Faschingskostüme sind an diesem Tag in Oberstaufen nicht zu sehen. Das äußere Bild wird heute von Tracht und Fahne bestimmt.

Man erinnert sich des großen Sterbens von 1635. Von der achten Morgenstunde an versammeln sich die ledigen Burschen, die Altfähnriche und Altvizefähnriche, sowie die amtierende Fahnensektion mit Föhla im Hause des Fähnrichs.


Der Butz

Jedem ankommenden Burschen eilt der Butz – die historische Figur des Tages – besenschwingend entgegen und kehrt ihn, damit er „gereinigt“ das Haus betreten kann. Die Altchargierten und die Blasmusik treffen sich im Kaffee Sonne.

Historischer Festumzug durch den Ort

Um 10.00 Uhr formiert sich der Festzug mit Blasmusik und Trommlercorps und marschiert zum Fähnrichshaus. Dort beginnt der historische Umzug durch den Ort mit Butz, Tambormayor, Trommler, Blasmusik, Altfähnriche, Fähnrich mit Fahnenbrüder, Föhla und den ledigen Burschen.

Der Butz führt den Festzug tänzelnd und besenschwingend an. Seine historische Aufgabe ist es, Boden und Leute zu reinigen.

Der Festakt vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Der Festakt beginnt mit einem dumpfen Trommelwirbel: bei gesenkter Fahne gedenkt der Fähnrich jener Staufner Mitbürger, die aus den Kriegen nicht mehr in die Heimat zurückkehrten. Dann schwingt der Fähnrich die Fahne dreimal über seinem Haupt, um dann an die Entstehung des Brauches zu erinnern und seinen Stifter zu ehren.

In dem feierlichen Akt werden auch jene Staufner geehrt, die durch mehr als drei Jahrhunderte treu zur Fahne, zur Heimat und ihren alten Überlieferungen gestanden sind.

„Am heutigen Tage sollen uns vereinen nach altem Staufner Brauch: Frohsinn, Freundschaft und Ehrbarkeit“, ruft der Fähnrich schließlich aus, bevor die Teilnehmer das geschmückte Festlokal betreten.

Gesellige Runde beim Frühschoppenkonzert

Während das Frühschoppenkonzert beginnt, vereinen sich die Föhla und die Buebe in geselliger Runde.

Die Weisen des alten Festtagstanzes, der Francaise, klingen auf und um 12.00 Uhr erinnert das gemeinsame Mahl an festlich geschmückter Tafel an den Sinn des alten Brauches.

Nur der Butz muss sein mahl getrennt an einem kleinen Tisch aus einem irdnen Topf einnehmen. Dieser Brauch erinnert an die Pestzeit und die von der Gemeinschaft ausgestoßenen Mitmenschen.


Die Ma- und Wibertour

Auch die wohl einzigartige Ma- und Wibertour ist fester Bestandteil im traditionellen Ablauf des Fasnatziestag. Um 15.00 Uhr gehen die Buebe und Männer in festlichem Zug durch den Ort und treffen an der Kirche auf die dort wartenden Föhla, welche sich mit etwas Geschick einen Mann angeln und sich bei ihm einhaken. Der Zug zieht dann bis zum Löwen weiter, wo die Musik für die Föhla und Männer zur Matour aufspielt.

Die Buebe ziehen weiter und treffen auf die Frauen, welchen seit 1919 das gleiche Recht wie den Föhla eingeräumt wurde. In der Wibertour werden dann die Buebe von den Frauen im Tanzlokal Weinbauer bewirtet.

Der Butz hat in dieser Zeit die wichtige Aufgabe, die Festlokale zu bewachen, welche während der Ma- und Wibertour von keinem Unbefugten betreten werden dürfen.

Föhla und Männer treffen sich mit den Frauen und Buebe kurz nach 17.00 Uhr zum gemeinsamen Tanz.

Butzsterben

Nach einem Umzug mit den Trommlern wird vor der Kirche um den Butz ein Kreis gebildet. Nach drei Runden um den Kreis bricht der Butz mit dem Glockenläuten des Abendgebetes auf einem Daashaufen wie tot zusammen. Nach einem Trommelwirbel wird der Butz weggetragen.   

Fackelumzug

Angeführt von den Trommlern und dem Fähnrich begleiten alle Beteiligten die Fahne in einem feierlichen Fackelumzug zum Fähnrichhaus. Der Fasnatziestag endet beim gemeinsamen Tanz um 24.00 Uhr im Kurhaus.
oberstaufen.info » Kultur und Brauchtum » Fasnatziestag
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