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Bürgerversammlung

Aus der Bürgerversammlung am 16.05.2012




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Bürgermeister Grath freute sich, dass sich diesmal gut doppelt so viele Zuhörer für die angekündigten Schwerpunktthemen schnelles Internet mit der LTE – Technik, Zukunft der Schloßbergklinik, neuer Veranstaltungskalender für Vereine und 40 Jahre Gebietsreform interessierten. In einem eigenen Tourismusblock sollen touristische Themen angesprochen und erörtert werden.




LTE und Digitale Dividende

Martin Marks, der Projektkoordinator der Firma Vodafone für Bayern erläuterte eingangs den Begriff „LTE“, welcher für Long Term Evolution steht. Hierbei handelt es sich um die UMTS – Nachfolgetechnologie, welche derzeit den schnellsten zivil nutzbaren Standard zum Download darstellt. Seit der Umstellung des terrestrischen Fernsehens auf DVB-T können die frei gewordenen Frequenzbänder mit der neuen LTE Technologie genutzt werden. Hier spricht man von der „digitalen Dividende“.

Mit LTE werden Downloadraten von mindestens 10 MBit/s bis derzeit 50 MBit/s ermöglicht. Der Standard wird ständig weiterentwickelt. Das Frauenhofer Institut testet bereits Downloadraten bis zu 1 GBit/s. Um auch den künftigen Ansprüchen entsprechen zu können, setze die Firma Vodafone auf eine kombinierte Nutzung von Glasfaser und LTE. Deshalb wurde von der Firma Vodafone das bestehende Glasfasernetz mit einem Kostenaufwand von 45 Mio. Euro erweitert und wird auch noch weiter ausgebaut.


 




LTE Ausbau in Oberstaufen bis Jahresende

Martin Marks erläuterte weiter, dass mit der Ersteigerung der Digitalen Dividende die Verpflichtung eingegangen wurde, in der ersten Ausbauphase den schlecht versorgten ländlichen Raum mit der LTE Technologie auszustatten. Nachdem diese Verpflichtung inzwischen vollständig erfüllt wurde, könne jetzt der Ausbau auf die Großstädte und die besser versorgte Räume ausgedehnt werden. Hierzu gehöre auch das Gebiet des Marktes Oberstaufen mit vier Stationen. Nach dem Ausbau werde Oberstaufen bis zum Ende dieses Jahres „bundesweit die beste LTE – versorgte Stadt“ sein.

Ansprechpartner für Interessenten

Für Interessenten des schnellen Internets mit LTE steht Herr Martin Hofmann vom Service Team ITK, Hauptstraße 61, 88161 Lindenberg (Tel. 08381 / 88 99 499 oder 0172 / 89 38 500) zur Verfügung. Herr Hofmann wird im Rahmen seiner Beratung eine kostenlose Messung vornehmen, um eine konkrete Aussage über die zu erwartende Übertragungsgeschwindigkeit machen zu können.

Weitere Informationen werden in Abstimmung mit der WEST, welche den Breitbandausbau im Westallgäu koordiniert, im Mitteilungsblatt und auf unserer Website www.oberstuafen.info mit einer eigenen Seite unter „Aktuelles“ folgen.
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Weiterbetrieb der Schloßbergklinik gesichert

Die aktuelle Berichterstattung in der AZ am Vortag bezeichnete Bürgermeister Grath als Punktlandung zur Bürgerversammlung: zum 01. Juli 2012 wird die Schloßbergklinik von den Rotkreuzkliniken Süd, einem Tochterunternehmen der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e.V. übernommen. In den vergangenen 24 Stunden sei er von zahlreichen Bürgern und Mitarbeitern angesprochen worden, welche ihre Erleichterung über den Weiterbetrieb ausdrückten.

Lange Monate wurde verhandelt und es gab Zeiten, als die Tür für einen Weiterbetrieb schon fast zu war, um sich dann wieder ein wenig zu öffnen. Sein besonderer Dank gelte Herrn Fischer, dem Personalreferenten der Rotkreuzkliniken und Frau Fischer-Reng, der Pflegedirektorin der Rotkreuzklinik Lindenberg. Aber auch den HELIOS Kliniken danke er für ihr Entgegenkommen.

Bürgermeister Grath zeigte sich überzeugt, dass die Rotkreuzkliniken ein hervorragender Partner für die Schloßbergklinik sein werden, auch wenn es strukturelle Veränderungen geben müsse. Nahezu jeder werde im näheren Bekannten- und Verwandtenkreis jemanden kennen, welcher die hervorragende Versorgung vor Ort zu schätzen wusste. Deshalb sei der Weiterbetrieb der Klinik für die Versorgung der Bürger vor Ort und in der Region von größter Bedeutung. Er wünsche den Rotkreuzkliniken eine glückliche Hand und die Gemeinde werde die Klinik auch weiterhin unterstützen



Neuer Veranstaltungskalender für Vereine

Nachdem auf der Website des Rathauses www.oberstaufen.info besonders viele Zugriffe auf die Vereinsseiten zu verzeichnen waren, wurde jetzt ein eigener Veranstaltungskalender für Veranstaltungen der örtlichen Vereine konzipiert. Zusätzlich wurden kommunale Veranstaltungen, wie die Bürgerversammlung oder öffentliche Sitzungen mit Tagesordnung aufgenommen. Hierbei können bestimmte Zeiträume oder bestimmte Rubriken wie Sport, Kultur, Soziales oder Kommunales ausgewählt werden.

Vereine, welche ihre Veranstaltungen selbst einpflegen möchten, können einen eigenen Zugang mit einer kurzen Einweisung erhalten. Es wird gebeten, entsprechende Anfragen an das Hauptamt oder Herrn Funke zu richten.

Zum neuen Veranstaltungskalender kommen Sie hier


Was göönd mi d’Gescht aa?

Der Tourismusblock wurde mit dem Film „Was göönd mi d’Gescht aa?“ eingeleitet, welcher anlässlich der Kleinwalsertaler Dialoge Ende März vorgeführt wurde. Der Film spielt im Jahr 2032 und zeichnet eine düstere Zukunftsperspektive: Gastronomie und Hoteliers waren der Gäste überdrüssig und vernachlässigten den Service. Es wurde auch nicht mehr in zukunftsorientierte Projekte investiert. Es wurde verkannt, wie wichtig Alleinstellungsmerkmale im Zeitalter der Globalisierung sind. Die Folge war, dass die Gäste ausblieben, die Hotels leer standen, viele Bürger des Tales arbeitslos wurden, die Jungen in die großen Städte abwanderten und die Lehrer vor leeren Klassenbänken standen. Wehmütig erinnerte man sich an die satten Zeiten um die Jahrtausendwende, als es im Tal noch Leben und gut gehende Hotels gab. Auch wenn der Film überzeichnet, soll er aufwecken, anstoßen, vielleicht auch „Gänsehaut“ verursachen und zum Nachdenken anregen.

Bürgermeister Grath machte auf die Gefahr aufmerksam, dass man bei gut laufenden Geschäften zu satt wird und den notwendigen Service für den Gast nicht mehr ausreichend ernst nimmt. Vielleicht sollte man sich an die Zeit Mitte des 20. Jahrhunderts zurückerinnern, als man in Steibis im Sommer von der Landwirtschaft lebte und man schauen musste, wie man den Winter überbrückt. Es gab keinen Skibetrieb und kaum Tourismus. Es konnte allenfalls etwas Holz geschlagen werden, sonst gab es kaum Verdienstmöglichkeiten.

In Oberstaufen gibt es mit Oberstaufen PLUS, der Schrothkur, sowie einem hohen Qualitätsstandard in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel zahlreiche Alleinstellungsmerkmale, die es zu erhalten gilt. In der vergangenen Woche habe er zwei Reiseangebote mit einer Woche Türkei für 99 Euro und eine Rundreise in der Türkei für 149 Euro gelesen. Dies mache ihm große Sorgen. In Oberstaufen könne man für diesen Preis gerade einmal zwei Tage überbrücken. Deshalb müsse man sich bewusst sein, dass Oberstaufen nicht in Konkurrenz zu Bad Hindelang oder Oberstdorf, sondern zur Welt steht. Er warne deshalb davor satt zu werden. Die Alleinstellungsmerkmale und vor allem den guten Service für den Gast müssen erhalten werden, um konkurrenzfähig zu bleiben.






Übernachtungszahlen weiter im Aufwärtstrend




Auch wenn die Statistik einen kontinuierlichen Anstieg der Gästezahlen ausweist, hält Bürgermeister Grath diese Zahlen nicht für so bedeutend, weil die Gäste kürzer bleiben und öfter kommen. Dies verfälscht die Statistik. Entscheidend seien vielmehr die Übernachtungszahlen, welche inzwischen die 1,4 Millionen Grenze fast erreicht haben. Eine Oberstaufener Besonderheit ist die Ausgeglichenheit über das ganze Jahr hinweg. 70.000 Übernachtungen im November seien auch nur möglich, wenn alle mitmachen. Wenn in dieser Zeit Läden und Gastronomie geöffnet sind, ist dies der Erfolg von ganz Oberstaufen. Besonders auffällig sind nach Einführung von Oberstaufen PLUS die gestiegenen Übernachtungszahlen im Winter. Früher wurden nach Drei König nur wenige Skilehrer benötigt. In der vergangenen Saison waren es 40 Skilehrer, weil viele Gäste das Oberstaufen PLUS Angebot nutzten und mit kleinen Kindern außerhalb der Ferienzeit anreisten.

Für den Zusammenhalt in Oberstaufen spreche auch das Engagement der Hotellerie zum Erhalt des bisherigen Systems Oberstaufen PLUS mit einer Umlagenerhöhung.

Gebiet des Marktes Oberstaufen ab 01.01.1972 Gebiet des Marktes Oberstaufen ab 01.01.1972
40 Jahre Gebietsreform

In einem Rückblick machte Bürgermeister Grath deutlich, dass es sich damals nicht um eine Eingemeindung, sondern um eine Zusammenlegung der Gemeinden Oberstaufen, Aach und Thalkirchdorf handelte. Die Landkreise Kempten und Sonthofen wurden damals zum Landkreis Oberallgäu zusammengelegt. Als einer der kleinsten Landkreise Bayerns hat der Landkreis Lindau Dank einer politischen Entscheidung überlebt. Angesichts der engen Verknüpfungen zwischen Oberstaufen und Stiefenhofen mit Schule und Krankenhaus führte damals der Wechsel der Gemeinde Stiefenhofen vom Altlandkreis Sonthofen in den Landkreis Lindau zu heftigen Diskussionen.

Aus heutiger Sicht könne man sagen, dass von der Zusammenlegung der drei Gemeinden alle profitierten, weil viele Infrastrukturmaßnahmen insbesondere in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Tourismus sonst wohl nicht machbar gewesen wären. Auch im Marktgemeinderat war nie eine Konkurrenz zwischen den Ortsteilen zu spüren. Für unterschiedliche Standpunkte waren immer andere Gründe ausschlaggebend. Besonders hervorzuheben ist das reichhaltige Vereinsleben in den Ortsteilen, welches auch nach der Gebietsreform erhalten wurde.

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Kurpark im Jahre 1970

Bürgermeister Grath kündigte an, dass mit Zeitzeugen aus Politik und Verwaltung, welche die Gebietsreform aktiv miterlebten, eine kleine Feier vorbereitet werde.
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